Tiervermittlung Kleintiere

Drucken

Die Haltung  von Kaninchen, Meerschweinchen und allen anderen Kleintieren wird oft unterschätzt. Bevor man sich ein Kleintier anschafft, sollte man sich über Haltung und deren Bedürfnisse ausreichend Informationen einholen.



Infos zur Meerschweinchenhaltung

An erster Stelle im Meerschweinchenleben steht das Sozialleben der Tiere, die von Natur aus sehr gesellig sind. Ihre Kontakte werden begleitet von vielerlei Lautäußerungen wie Quieken
, Zähneklappern und vielem mehr. Ihre Körpersprache reicht von freundlichem Anstupsen bis hin zu beeindruckendendem Hin- und Herwackeln. 
Wer einmal eine ganze Meerschweinchengruppe länger beobachtet hat weiß, wie langweilig das Leben eines einzeln gehaltenen Meerschweinchens sein muss. Kein Mensch und ist er auch noch so liebevoll kann einem Tier den Partner ersetzen. Die Grundnahrung für Meerschweinchen sind gutes Heu, daneben fressen sie frisches Grünfutter, Gemüse (besonders beliebt sind Salatgurken und Möhren). Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein.



Infos zur Kaninchenhaltung

Auch bei
Kaninchen steht das Soziallaben an erster Stelle. Sie sind dämmerungs- und nachtaktive, gesellige Tiere, die in der Natur in Gruppen leben oder mindestens zu zweit.
Die Kaninchenhaltung, wie sie leider allzu oft praktiziert wird, einzeln und in kleinen Ställen ohne Bewegungsmöglichkeit und Kontakt zu Artgenossen, entspricht keinesfalls den Bedürfnissen der Tiere. Kaninchen wollen herumlaufen mit Artgenossen kuscheln, blitzschnell bei Gefahr in einem sicheren Versteck verschwinden. Kaninchen sind Pflanzenfresser und ernähren sich von gutem Heu, daneben fressen sie frisches Grünfutter, Stroh, Gemüse, Kräutern, Obst etc. Ein einzeln gehaltenes Kaninchen, welches als Schmusetier angeschafft wurde, mausert sich oft zum "bissigen Tier", welches dann im Tierheim landet; dabei hat es nur seinen Unmut über die unzureichenden Lebensverhältnisse kundgetan. Im Tierheim finden sie immer Kaninchen-Pärchen, die schon aneinander gewöhnt sind.
Ansonsten helfen wir Ihnen gerne bei der Vergesellschaftung von ihrem Kaninchen.


Keine
glückliche Lösung!

E
inem Meerschweinchen ein Kaninchen als Gefährten anzubieten, ist weder für ein Meerschweinchen noch für ein Kaninchen eine glückliche Lösung. Da sich die beiden Tierarten in Verhalten und Körpersprache vollkommen unterscheiden, hat so ein gemischtes Pärchen nichts voneinander. Im schlimmsten Fall endet diese Partnerschaft in einer Beißerei, die vom Kaninchen ausgeht und beim Meerschweinchen üble Verletzungen hervorruft. Sie sollten sich im Interesse der Tiere entscheiden, entweder für mind. zwei Meerschweinchen oder Kaninchen.



Infos zur Rattenhaltung

Ratten sind gesellige, dämmerungsaktive Nagetiere. Sie leben in einer Sippe, sind enorm sozial und schlafen am liebsten in Nestern, die sie mit allen auffindbaren tauglichen Materialien auspolstern. Das Durchschnittsalter einer Ratte beträgt
ca. 3 Jahre. Ratten sind durch ihr enorm soziales und verspieltes Wesen und nicht zuletzt durch ihre Anpassungsfähigkeit ideale Haustiere und werden in der Regel sehr zahm. Die Ratte als Haustier stellt an den Halter dennoch viele Ansprüche: Sie braucht für ein glückliches Leben die Gesellschaft von einem (oder mehreren) Artgenossen, Beschäftigung und Abwechslung (ihre Intelligenz will gefordert werden!) und eine geräumige Behausung. Achten Sie dabei unbedingt darauf, nur gleichgeschlechtliche Tiere zusammen zu halten, bzw. die männlichen Tiere kastrieren zu lassen. Ein einziger Wurf von Ratten umfasst meist 12 bis 15 Tiere.
  Im Handel gibt es Fertigfuttermischungen speziell für Ratten. Auch frisches Futter ist sehr beliebt: bei Obst und Gemüse einfach ausprobieren, was die Tiere mögen, blähende Gemüse (z. B. Kohl) sollten jedoch nicht gefüttert werden. Auch Leckerchen wie Zwieback, Knäckebrot (dient gleichzeitig der Abnutzung der Zähne), gekochte Eier (in geringen Mengen), Magerquark, milder Käse, gekochte Nudeln, Reis oder Kartoffeln sind heißbegehrt. (Immer darauf achten, dass sich die Menge an tierischem Eiweiß in Grenzen hält.) Finger weg von Milch, Soßen, Alkohol, Cola, Süssikeiten, Chips usw., Auch mit Nüssen in der Schale bitte vorsichtig sein Die Schalen könnten Schimmelpilzsporen enthalten, die beim Aufknacken in die Atemwege gelangen.



Infos zur Mäusehaltung


Mäuse sind lustig, gesellig, neugierig, überaus aktiv, pflegeleicht, stinken nicht und bieten dem Betrachter eine Menge Spaß. Es gibt also wirklich nur positives zu sagen, und ein Mausterrarium im Haus ist besser und unterhaltsamer als jedes Fernsehen.
Man sollte es natürlich nicht übertreiben und unbedingt nur gleichgeschlechtliche Tiere miteinander halten, denn Mäuse sind enorm vermehrungsfreudig. In Sachen vertragen funktioniert das bei Männchen und Weibchen gleichermaßen gut. Wenn Sie sich entscheiden, M
äuse zu halten, brauchen Sie ein großes Terrarium. Je größer, desto besser, denn dann können Sie sich bei der Einrichtung richtig austoben (Wurzeln, Steine, Äste, Röhren, Höhlen usw.; bitte nur natürliche Materialien verwenden und den Mäusen einen wunderbaren Abenteuerspielplatz bauen. Als Bodengrund eignet sich am allerbesten eine Mischung aus Sand und Erde, in der die Mäuse nach Herzenslust buddeln können; andere Einstreu tut es natürlich auch.Sie bewohnen im Familienverband natürliche und selbst angelegte Verstecke und Höhlen. Die durchschnittlich Lebenserwartung liegt bei etwa 4 Jahren. Mäuse lassen sich gut mit einer Mischung aus Nagerfertigfutter ernähren. Daneben mögen sie auch frisches Obst und Gemüse und knabbern gerne an frischen Zweigen. Gutes Heu und Stroh wird nicht nur gefressen, sondern dient gleichzeitig der Beschäftigung und als Nestbaumaterial. Obwohl Mäuse wenig trinken, muss natürlich immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.



Infos zur Deguhaltung

Ganz vorne steht bei den Degus die Geselligkeit. Wer schon einmal eine Degugruppe länger Zeit beobachtet hat weiß warum. Ein einsam gehaltener Degu verkümmert. Gleichgeschlechtliche Gruppen funktionieren meist sehr gut. Die Nager verständigen sich übrigens ähnlich wie Meerschweinchen mit Pfeiflauten. Degus ernähren sich überwiegend von Gräsern, Wurzeln, Kräutern und Heu ist das Hauptnahrungsmittel der Tiere. Zusätzlich sollte den Tieren aber auch noch Körnerfutter angeboten werden. Allerdings sollte auf Obst und Nüsse ganz verzichtetet werden. Die Tiere brauchen ein ausbruchsicheres Gehege, welches groß genug ist, damit die Tiere darin herum rennen und klettern können, außerdem muss dieser auch Platz bieten für Versteckmöglichkeiten eine Sandbadewanne und natürlich einen Futternapf. Einen Käfig kann man auch ganz gut aus einem alten Schrank selber bauen. Nur sollten alle Holzkanten mit Aluschienen versehen sein, da Degus wirklich alles annagen und wahre Ausbruchkünstler sind. In kürzester Zeit ist in eine Holztür ein Loch gefressen und die niedlichen Tierchen gehen auf Wanderschaft. Bitte Beachten Sie „Degus sind keine Kuscheltiere“. Sie werden zwar sehr zutraulich und kommen gelegentlich auch mal auf die Hand, aber mehr nicht.




Infos zur Hamsterhaltung

Es gibt derzeit fünf Hamsterarten, die als Heimtiere gehalten werden: Goldhamster mit kurzem oder langem Fell („Teddyhamster“), Dsungarische Zwerghamster, Roborowski Zwerghamster, Campbell Zwerghamster und chinesische Streifenhamster.
Sie alle sollten vorzugsweise als Einzeltiere gehalten werden, da sich v.a. Goldhamster untereinander sehr aggressiv verhalten und tödlich verletzen können. Campbell und Roborowski Zwerghamster gelten als sozialer, jedoch sollten sich auch hier nur wirklich erfahrene Halter mit gut sozialisierten Tieren an eine Gruppenhaltung wagen. Die Möglichkeit zur räumlichen Trennung sollte jederzeit gewährleistet sein, falls es zu Streit kommt. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind Hamster nicht als Streicheltiere für Kinder geeignet.
Als Heim benötigen Hamster ein großes Gehege ab 0,4qm Grundfläche und eine Einstreutiefe ab 15cm, um ausgedehnte Gangsysteme wie in freier Natur anlegen zu können. Darüber hinaus gehören ein ausreichend großes Sandbad mit Chinchillasand für die Fellpflege, ein Häuschen mit abnehmbarem Dach für eine einfache Nestkontrolle und ein Laufrad mit einem Mindestdurchmesser von 20cm (für Zwerghamster) bzw. 25cm (für Goldhamster) zur Grundausstattung.
Zusätzliche Verstecke aus natürlichen Materialien (z.B. Korkröhren, Weidebrücken, Keramikhäuschen, Toilettenpapierrollen…) werden gerne angenommen. Verwenden Sie bitte im Gehege kein Plastik und nutzen Sie keine Hamsterwatte als Nistmaterial, da sich die Hamster daran tödliche Verletzungen zuziehen können.
Fütterungstechnisch sind Hamster überwiegend Körnerfresser, aber sie benötigen auch tierisches Eiweiß z.B. in Form von getrockneten Insekten. Zucker, Honig und Melasse sind hingegen gefährlich, da sie die Backentaschen verkleben. Wenn Sie Ihrem Hamster etwas Gutes tun möchten, greifen Sie daher lieber zu naturbelassenen Leckereien, wie z.B. Kürbiskernen oder Kolbenhirse. Manche Arten sind auch diabetesgefährdet und benötigen eine besondere Ernährung (z.B. Dsungaren und Campbell Zwerghamster). Ihr Tierheim wird Sie diesbezüglich gerne beraten.